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...und die Preise sinken

So viele Nordseekrabben wurden um diese Zeit lange nicht mehr gefangen. Die größten Fänge machen jedoch die Fischer vor der niederländischen Küste. Die Netze der deutschen Krabbenfischer sind weniger voll. Trotzdem aber sinkt sofort der Preis, den jeder Krabbenfischer für seinen Fang erhält. Denn auf dem stark monopolisierten Krabbenmarkt wird der Preis zentral festgelegt und gilt für alle Fischer egal ob ihr Heimathafen in Deutschland, den Niederlanden oder in Deutschland ist. So sank er im Juli bis auf 3,50 € für ein Kilogramm ungepulte Krabben. Angesichts steigender Spritpreise ist solch ein Erzeugerpreis kaum kostendeckend. Auf ein preiswertes Krabbenbrötchen müssen Kunden aber noch ein bisschen warten. Dafür ist der Weg vom Fischer zum Kunden bisher zu lang, so dass sich die Preissenkung zeitlich versetzt auswirken wird. Es sei denn, man kauft den frischen Granat direkt vom Kutter und pult selbst.

Aufgrund ganz natürlicher Ursachen schwankt die Nordseegarnele in ihrem Bestand sehr stark. Wurden in den letzten beiden Jahren der Bestand wahrscheinlich durch den Wittling, der reichlich an der Küste vorhanden war und sehr gerne Krabben frisst, stark dezimiert, scheint die Nordseegarnele sich in diesem Jahr ihrem Fressfeind besser zu entziehen. Zu dem frühen Start der Krabbensaison könnten auch die warmen Wassertemperaturen verantwortlich sein. Nur warum die meisten Nordseegarnelen zurzeit vor der niederländichen Küste gefangen werden, weiß auch die Wissenschaft nicht.

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Krabbenfischer wollen Ausnahmeregelung vom Rückwurfverbot

Bislang war die Krabbenfischerei von der EU-Beifangverordnung ausgenommen. Diese besagt, dass alle Fische, die im Netz landen, auch mit an Land gebracht werden müssen. So will man die Fischerei motivieren, ungewollten Beifang zu vermeiden. Ab 2019 soll diese Regelung auch für die Krabbenfischer gelten, die sich aber nun dagegen wehren – aus gutem Grund. Denn seit sich die Fischerei den Vorgaben der Zertifizierung durch den MSC (Marine Stewardship Council) folgt, gibt es auf allen Krabbenkutter sogenannte Siebnetze, die dafür sorgen, dass größere Fische erst gar nicht im Steert – am Netzende landen. Mitgefangen werden nur briefmarkengroße Schollen und andere Jungfische, die aber, wenn sie zurückgeworfen werden, eine hohe Überlebenschance haben. Würden sie angelandet, endeten sie im Fischmehl. Aber das will man auch auf EU-Ebene nicht und so zeichnet sich ein Kompromiss ab. Dieser wäre nicht nur existenzielle für die Krabbenfischerei, sondern auch ökologisch sinnvoll.

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Kochworkshop für Profi-Köche am 11. Juni 10 - 13 Uhr in Oldenburg

Nordseekrabben sind eine echte Norddeutsche Delikatesse. Je frischer umso besser. Man muss aber gut mit ihnen umgehen, um ihr besonderes Aroma zu erhalten. Deshalb sind unsere “Wattenmeerkrabben” Nordseekrabben aus dem letzten Hol. An Bord wurden sie handwerklich und besonders schonend verarbeitet. Erhältlich sind sie auch nur mit Schale über den Fischhandel Siebrands oder de Beer. Das ist aber kein Problem – auch nicht in der Gastronomieküche, meint Barbara Stadler. Inspiriert von der mediterranen Küche aber auch dem kulinarischen Belgien und Frankreich zeigt sie Rezepte, die die Krabben in Schale glänzen lassen. Oder lässt auch mal die Schalen zur wichtigen Zutat werden. Günter Klever von der Erzeugergemeinschaft Küstenfischer der Nordsee stellt beim Kochen die Krabbenfischer und ihre Arbeit vor ebenso wie die Idee hinter dem Projekt “Wattenmeerkrabbe”. Die ist nämlich nicht nur handwerklich verarbeitet, sondern auch vollständig rückverfolgbar bis zum Fischer und seiner Fangfahrt. Zum Abschluss des Workshops werden die verschiedenen Krabbengerichte bei einer gemeinsamen Mahlzeit probiert. Die Teilnahme ist kostenfrei. Anmeldung unter nicole@wattenmeerkrabbe.de.

Ort: VHS Oldenburg, Karlstr. 25, 26123 Oldenburg

 

 

Vom 5. – 8. April trifft sich die Slow Food Szene auf dem Markt des guten Geschmacks in Stuttgart. Eine so unverwechselbare, wie regionale Delikatesse wie die Nordseekrabbe sollte dort nicht fehlen. Deshalb haben wir uns angemeldet und bieten in Halle 5 frische Wattenmeerkrabben mit persönlicher Pulanleitung. Um das selbstgemachte Krabbenbrot an der langen Tafel zu genießen oder den frische Granat mit nach Hause zu nehmen. Geschichten von Fisch und Fischer und natürlich Rezepte gibt es gratis dazu. Unser nicht zuletzt empfiehlt unser Partnerweingut Kühling den passenden Tropfen zur Nordseekrabbe.

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Knapp vor Jahresende haben die Nordseekrabben-Fischer das Zertifikat des Marine Stewardship Council (MSC) erhalten. Aus drei Nationen, rund 400 Kuttern und 12 Erzeugergemeinschaften besteht die frisch zertifizierte Fischerei.

Unsere drei Wattenmeerkrabben-Fischer gehören selbstverständlich auch dazu. Wie alle anderen beteiligten Fischer haben sie sich freiwillig verpflichtet, nur soviel Krabben zu fischen, wie auch nachwachsen können. Dass heißt, Schonzeiten werden streng beachtet. Und sobald der Bestand rückläufig ist, werden sofort die Fangzeiten verkürzt. Zudem wollen die Fischer die Auswirkungen der Krabbenfischerei auf die Meeresumwelt weiter minimieren. Zum Beispiel verwenden sie nur noch Netze mit integrierten „Fluchtschleusen“, damit Beifang, der ungewollt im Netz landet, wieder herausschwimmen kann. Dabei sind die Nordseekrabbenfischer weltweit die ersten Garnelenfischer, die das MSC-Zertifikat erhalten. Nicht ganz ohne Grund: sind sie doch seit mehreren Generationen in einem sensiblen Ökosystem wie dem Wattenmeer unterwegs, das sie nur ernährt, wenn sie behutsam damit umgehen.

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Carsten Noormann`s Heimat ist die ostfriesische Küste. Hier fischt er seit zwanzig Jahren Nordseekrabben und führt damit die Familientradition weiter.

Ein Kamerateam des ZDF hat ihn bei einer Fangtour rund um Norderney begleitet. Weil Noormann einer der ersten Fischer ist, die sich an dem Projekt „Wattenmeerkrabbe“ beteiligen. Statt um Masse geht es dabei um Qualität. Statt in Technik wird in Handarbeit investiert. Für einen kleinen Fischer wie Noormann eine Chance, sich am Markt zu behaupten.

Den Film gibt es hier zu sehen.

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Was muss ich tun, um mit gutem Gewissen Seafood zu genießen? Auf Siegel achten oder Fischeinkaufsratgeber studieren? Oder doch lieber auf Meeresessen ganz und gar verzichten?

Das wäre sicherlich nicht die richtige Entscheidung. Denn dann enthalte ich mir nicht nur selbst wertvolle Lebensmittel vor, sondern auch Nahrung, die natürlich nachwächst ohne Flächen oder Wasser zu verbrauchen. Natürlich sollte das Seafood aus einer guten Fischerei kommen. Wenn möglich, fragt man den Fischer. Solange es aber in Nord- oder Ostsee gefischt wurde, ist man auf der sicheren Seite. Achtsam konsumieren muss ich aber höchstpersönlich. Nachhaltigkeit kann ich nicht nur von anderen verlangen, sondern muss sie auch selbst leben. So empfiehlt es sich, das wertvolle Seafood am besten frisch zu kaufen und im Ganzen zu verwerten. Das schont die natürlichen Ressourcen. Zum Beispiel lassen sich aus Krabbenschalen oder Fischkarkassen hervorragende Fonds kochen. Und je kürzer der Weg vom Kutter zum Teller ist, umso weniger Energie wird für Transport und Kühlung verbraucht und umso weniger müssen Krabben und Fisch konserviert werden. Nicht zuletzt bleiben hochwertige Inhaltsstoffe und vor allem der unverwechselbare Geschmack erhalten. Auch der gehört natürlich dazu. „Der Beste Hol“ macht nachhaltigen Konsum jedenfalls sehr einfach …